In der Geraer Herwegstraße hat Leerstand ein Ende − WBG Aufbau saniert
Von Sylvia Eigenrauch Gera.
Der Kaufvertrag ist noch kein Jahr alt, im Oktober erhielt die Wohnungsbaugenossenschaft (WBG) Aufbau Gera die Schlüssel. Seit Mai wird in der Herweghstraße saniert. Inzwischen sind die Abbrucharbeiten Geschichte.
Alle Öffnungen für die Bal-kons auf der Rückseite sind heraus gebrochen, Wände für Grundrissänderungen versetzt und neue Anschlüsse für Elek-tro, Sanitär und Heizung gelegt. Bei letzterer entschied sich die Genossenschaft für Fernwärme. „Für unseren Wärmedämmstatus ist das das Effektivste“, sagt der kaufmänni-sche Genossenschaftsvorstand Stefan Keim.
y„Bautechnisch haben wir es mit einem Neubau zu tun“, erklärt sein Vor- standskollege Andreas Schricker. Trotzdem werden Treppenhäuser und manche Wohnungen nicht komplett umgekrempelt. So will man alte, stark profilierte Wohnungseingangstüren mit Verglasung aufarbeiten, rotbraun gestrichene Dielen abschleifen und neu versiegeln, die alte Briefkastenanlage wieder einbauen und einen früheren Kanalschacht zu Schrankwänden umbauen. Die Terrazzostufen und das Geländer sind abgeklebt, um überleben zu dürfen.
Unterm Dach gibt es Abstellkammern für jede Wohnung und Wäscheböden. Die Häuserreihe gehörte ursprünglich der Geraer Wohnungsbaugesellschaft Elstertal, die hier in den 1990er Jahren schon Fenster und Dach sanierte. Das Dach bleibt. Die Fenster werden durch eine zweiflügelige Variante ohne Oberlicht ersetzt, die mehr Licht einlässt.
Weil lange Auseinandersetzungen über Rückübertragungsansprüche auf dem Grundstück lagen, orientierte sich die GWB anders und verkaufte an die WBG Aufbau. Die 39 Wohnungen sind 45 bis 93 Quadratmeter groß und stoßen auf Interesse. 13 Vorverträge gibt es, auch mit Geraern, die hier schon wohnten. Für den Parkplatz auf der Abrissstelle der Helene-Fleischer-Straße 2- 6 hat die Genossenschaft die Baugenehmigung. 32 Stellplätze entstehen. Auch an Spiel- platz und grüne Oasen ist hinterm Haus gedacht.
Insgesamt investiert die WBG hier 2,6 Millionen Euro. Neben 880 000 Euro Landesfördermitteln sind das eine Million Euro von der Kreditanstalt für Wiederaufbau und rund 790 000 Euro Eigenmittel. Wenn alles vorzeigbar ist, werde es einen Tag der offenen Tür geben, hieß es gestern.
Die Häuser sollen ihren nostalgischen Charme behalten.
Weitere Informationen zur Baumaßnahme erhalten Sie hier
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Wohnen mit altem Charme Aufbau saniert Herweghstraße
vom 06.07.2010
